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Tibet

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Mit einer umfassenden Tibet-Kampagne setzt der Westen die Volksrepublik China unter Druck. Beijing, heißt es parteiübergreifend auch in Deutschland, müsse wegen Menschenrechtsverletzungen im Autonomen Gebiet Tibet zur Ordnung gerufen werden. Die Olympischen Spiele im Sommer 2008 würden dazu einen willkommenen Anlass bieten.

War China noch im vergangenen Jahrhundert Objekt westlicher Kolonialpolitik, scheint sein Wiederaufstieg zur Weltmacht und damit zum Konkurrenten der westlichen Industriestaaten inzwischen unaufhaltsam zu sein. german-foreign-policy.com informiert über Hintergründe der aktuellen Tibet-Kampagne und über die deutsche China-Politik.

Unser neues EXTRA-Dossier befindet sich im Aufbau und wird laufend erweitert. Bitte schauen Sie in der kommenden Woche erneut bei uns vorbei!


Jederzeit mobilisierbar
19.05.2008
BERLIN/WASHINGTON/BEIJING
(Eigener Bericht) - Mit einem Treffen mit der deutschen Entwicklungshilfeministerin und einer Rede in Berlin beendet der Dalai Lama am heutigen Montag seinen jüngsten Deutschland-Aufenthalt. Nach Interventionen aus Wirtschaftskreisen hat die Bundesregierung ihre antichinesischen Provokationen diesmal eingeschränkt; weder die Kanzlerin noch der Außenminister, auch nicht der Bundespräsident sind zu einem aktuellen Treffen mit dem tibetischen "Gottkönig" bereit. Deutsche Unternehmensvertreter hatten vor Einbrüchen im Chinageschäft gewarnt, das sich in den vergangenen acht Jahren verdreifacht und die deutsche Industrie in beträchtliche Abhängigkeit von der Volksrepublik gebracht hat. Dennoch führen die westlichen Staaten, darunter die Bundesrepublik, ihre gegen Beijing gerichteten Aktivitäten fort - nicht auf höchster staatlicher Ebene, aber mit Finanzierung und organisatorischer Unterstützung der weltweit tätigen Tibet-Initiativen und deren Kampagnen. Sowohl Berlin als auch Washington nutzen zu diesem Zweck staatsfinanzierte Vorfeldapparate: Washington das National Endowment for Democracy (NED), Berlin die parteinahen Stiftungen. Deren Arbeit ermöglichte bereits die Fackellauf-Kampagne der vergangenen Monate, die scheinbar ohne staatliches Zutun die westliche Öffentlichkeit geschlossen gegen China mobilisierte.

Flexiblere Strategien
30.04.2008
BERLIN/BEIJING
(Eigener Bericht) - In Berlin werden die Warnungen vor den Folgen der westlichen Tibet-Kampagne lauter. Eine "fortgesetzte Frontbildung" schade auf lange Sicht dem deutschen Einfluss in China, urteilen Regierungsberater in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme: Man stärke damit nur Kräfte in Beijing, "die dafür eintreten, dass gegenüber westlichen Vorstellungen und Forderungen noch weniger Kompromissbereitschaft gezeigt wird". Die Warnungen folgen besorgten Interventionen führender Wirtschaftsvertreter, die bei einer Fortdauer der Tibet-Kampagne Einbußen im China-Geschäft fürchten. Tatsächlich schlägt die Bundesregierung inzwischen vorsichtigere Töne an. Bundesinnenminister Schäuble teilte am gestrigen Dienstag in Beijing mit, er werde die Olympischen Spiele besuchen. Gleichzeitig heißt es in Berlin, die deutschen Medien müssten ihre kampagnenhafte Berichterstattung mäßigen. Die Auseinandersetzung um die Frage, mit welchen Mitteln man deutsche Interessen gegenüber China besser durchsetzen könne, ist freilich längst nicht entschieden: Transatlantische Kreise weiten die Förderung chinesischer Sezessionisten aus.

À la Südtirol
25.04.2008
BERLIN/BOLZANO/LHASA
(Eigener Bericht) - Parallel zu der westlichen Tibet-Kampagne schüren Aktivitäten des "Weltkongresses der Uiguren" in Berlin einen zweiten Sezessionskonflikt in der Volksrepublik China. Wie die Vorsitzende des in München ansässigen "Weltkongresses" verlangt, solle die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele boykottiert werden, um einen angeblichen "kulturellen Völkermord" im westchinesischen Xinjiang anzuprangern. Hintergrund sind separatistische Bestrebungen dort, die ähnlich wie in Tibet den Bestand des chinesischen Staates bedrohen. Die soeben beendete Konferenz des Weltkongresses der Uiguren wurde von einem Beauftragten der Bundesregierung besucht. Zugleich verstärken Kräfte aus dem Umfeld der deutschen Außenpolitik ihre Bemühungen um eine operative Einmischung in die chinesische Tibet-Politik. Federführend ist eine Organisation der deutschsprachigen Minderheit Norditaliens, die dem europaweiten Minoritätennetzwerk Berlins angehört. Sie erklärt das sogenannte Südtiroler Autonomiestatut zum Vorbild für Tibet - und findet Zustimmung beim Präsidenten des tibetischen "Exilparlaments". Eine Übernahme des Statuts durch Beijing könnte Berlin operativen Einfluss auf den innerchinesischen Konflikt verschaffen. Zugleich wäre sie geeignet - dies zeigen Beispiele aus Europa -, die tibetischen Sezessionsbestrebungen zu verstärken.

Besonders manipulativ
18.04.2008
LHASA/BEIJING/BERLIN
(Eigener Bericht) - Die westliche Tibet-Kampagne stößt auf erste Widersprüche in Deutschland. Während die weltweiten Sabotageaktionen gegen den olympischen Fackellauf andauern, fürchten deutsche Unternehmen um ihr China-Geschäft; Milliardensummen stehen auf dem Spiel. Politikberater warnen vor dem endgültigen Verlust politischer Glaubwürdigkeit in Beijing, sollte die Bundesregierung weiterhin "unterschiedliche Standards (...) in verschiedenen Ländern" anwenden. Außerdem schwächt die Demütigung Chinas durch die anmaßende Kampagne der ehemaligen westlichen Kolonialmächte die prowestlichen Kräfte im Land, berichten übereinstimmend deutsche Korrespondenten. Demnach werden in der Volksrepublik inzwischen die deutschen Medien "als besonders manipulativ empfunden". Experten bestätigen den Propagandacharakter der deutschen Berichterstattung über Tibet. So konstatiert der Sinologe Dr. Ingo Nentwig, der über die chinesische Nationalitätenpolitik arbeitet, im Gespräch mit german-foreign-policy.com eine eklatante "Unverhältnismäßigkeit in der medialen Darstellung". Der westlichen Massenmobilisierung gegen China schließen sich jetzt auch Sportverbände und die evangelische Kirche an. Demnach sollen Sportler und protestantische Olympia-Touristen ihre Anwesenheit bei den Spielen nutzen und den Druck auf Beijing verstärken.

Particularly Manipulative
2008/04/18
LHASA/BEIJING/BERLIN
(Own report) - The west's Tibet campaign is meeting its first signs of opposition in Germany. As the worldwide acts to sabotage the Olympic torch relay continues, German businesses are beginning to worry about their business prospects in China, amounting currently to a turnover in the billions. Policy advisors are warning that if the German government continues to apply "different standards (...) to different countries" it could cause a permanent loss of political credibility in Beijing. German correspondents agree that the presumptuous campaign orchestrated by western former colonial powers to humiliate China is weakening pro-western forces in the country. They report that in the People's Republic, the German media "is seen as particularly manipulative." Experts confirm the propagandist nature of German newscasts on Tibet. In a discussion with german-foreign-policy.com, the sinologist, Dr. Ingo Nentwig, whose work focuses on China's nationality policy, spoke of a blatant "disproportion in the media version." Sports associations and the Protestant Church are now joining the west's mass mobilization against China. They are calling on athletes and Protestant Olympic tourists to use their presence at the Olympic games to reinforce pressure on China.

Operationen gegen China
15.04.2008
LHASA/WASHINGTON/BERLIN
(Eigener Bericht) - Mehrere Vorfeldorganisationen der Berliner Außenpolitik unterstützen seit Jahren die tibetischen Exilstrukturen im indischen Dharamsala. Dabei handelt es sich unter anderem um organisatorische Hilfsmaßnahmen, die es der "Exilregierung" in Dharamsala ermöglichen, ihre gegen die Volksrepublik China gerichteten Aktivitäten weltweit zu orchestrieren. Kooperationen mit der "Exilregierung" und anderen Einrichtungen des tibetischen Exils unterhalten vor allem die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung sowie die Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen). Gleichgerichtete Tätigkeiten führen heute auch Vorfeldorganisationen der US-Außenpolitik durch. Washington hatte schon in den 1950er Jahren mit Millionensummen in Tibet interveniert, damals aber sogar bewaffnete Aufstände von Tibetern gegen die Volksrepublik unterstützt. Deutsche Organisationen nahmen sich gegen Ende der 1980er Jahre der Tibet-Thematik an, als China zum globalen Konkurrenten des Westens aufzusteigen begann. Die aktuellen Aktivitäten sind geeignet, Beijing recht empfindlich zu schwächen. Sie ergänzen weitere deutsch-amerikanische Maßnahmen, die den Aufstieg des ostasiatischen Konkurrenten bremsen sollen.

Operations Against China
2008/04/15
LHASA/WASHINGTON/BERLIN
(Own report) - Several front organizations of German foreign policy have for years been supporting the Tibetan exile structures in Dharamsala, India. This includes support for organizational measures enabling the "government in exile" in Dharamsala to orchestrate its activities against the People's Republic of China worldwide. Particularly the Free Democratic Party (FDP) affiliated Friedrich Naumann Foundation and the Heinrich Boell Foundation (affiliated with the Green Party) are cooperating with the "government in exile" and other exile Tibetan institutions. Front organizations of US foreign policy are working toward the same objectives. Already in the 1950s Washington was intervening in Tibet with millions of dollars, at the time, even supporting Tibetan armed uprisings against the People's Republic of China. German organizations took up the question of Tibet around the end of the 80s, at a time when China was beginning its rise to become a global competitor of the west. The current activities are apt to greatly weaken China. These supplement other German-US measures aimed at thwarting the rise of their East-Asian rival.

Die Fackellauf-Kampagne
08.04.2008
LHASA/BERLIN
(Eigener Bericht) - Eine Vorfeldorganisation der Berliner Außenpolitik ist maßgeblich in die Vorbereitung der aktuellen antichinesischen Tibet-Kampagne involviert. Dies geht aus Tagungsberichten und aus Recherchen eines kanadischen Journalisten hervor. Demnach wird die Kampagne von einer Zentrale in Washington gesteuert, die im Mai 2007 auf einer Tagung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung mit der Organisierung weltweiter "Proteste" beauftragt worden ist. Die Pläne wurden unter Mitwirkung des US State Department und der selbsternannten tibetischen Exilregierung erarbeitet. Sie sehen publikumswirksame Aktionen während des olympischen Fackellaufs vor und sollen im August während der Spiele in Beijing ihren Höhepunkt erreichen. Die Kampagne startete bereits im vergangenen Sommer und profitiert nun von den aktuellen Unruhen im Westen der Volksrepublik China, die von den deutschen Medien mit deutlichem Interesse begleitet werden. Die Unruhen begannen mit mörderischen pogromartigen Überfällen tibetischer Banden auf nicht-tibetische Bevölkerungsteile, darunter die muslimische Minderheit Chinas. Sie forderten zahlreiche Todesopfer unter den Nicht-Tibetern und provozierten damit Reaktionen der chinesischen Sicherheitskräfte.

The Olympic Torch Relay Campaign
2008/04/08
LHASA/BERLIN
(Own report) - Conference reports and the research of a Canadian journalist reveal that a German Foreign Ministry front organization is playing a decisive role in the preparations of the anti-Chinese Tibet campaign. According to this information, the campaign is being orchestrated from a Washington based headquarters. It had been assigned the task of organizing worldwide "protests" at a conference organized by the Friedrich Naumann Foundation (affiliated with the German Free Democratic Party - FDP) in May 2007. The plans were developed with the collaboration of the US State Department and the self-proclaimed Tibetan Government in Exile and call for high profile actions along the route of the Olympic Torch Relay and are supposed to reach a climax in August during the games in Beijing. The campaign began already last summer and is now profiting from the current uprising in the west of the People's Republic of China that is receiving prominent coverage in the German media. The uprising was initiated with murderous pogrom-like attacks by Tibetan gangs on non-Tibetan members of the population, including the Muslim Chinese minority. Numerous deaths of non-Tibetans provoked a reaction of the Chinese security forces.

Der Olympia-Hebel
17.03.2008
BERLIN/BEIJING
(Eigener Bericht) - Berlin bedient sich der Unruhen im Westen der Volksrepublik China zur Fortsetzung seiner Schwächungskampagne gegen Beijing. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert, soll die chinesische Regierung den "Dialog" mit dem Dalai Lama aufnehmen, dem bekanntesten Anführer der tibetischen Sezessionisten. Der Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen, Roland Koch, will internationale Beobachter nach Lhasa entsenden und schließt einen Boykott der Olympischen Spiele nicht aus. Seit dem vergangenen Jahr nutzen deutsche Politiker Olympia als Druckmittel, um eine Änderung der chinesischen Tibetpolitik und eine Destabilisierung der Kontrolle über Westchina zu erzwingen. Treffen, auf denen dieser Plan im Zentrum stand, wurden im vergangenen Jahr von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung und einer Arbeitsgruppe des Deutschen Bundestages veranstaltet. Beijing habe sich mit der Ausrichtung von Olympia "verzockt", urteilen Berliner Regierungsberater: Der aufsteigende ostasiatische Konkurrent werde nach den Spielen schlechter dastehen als zuvor.

The Olympic Lever
2008/03/17
BERLIN/BEIJING
(own report) – Berlin is using the upheaval in the western region of the People's Republic of China to pursue its campaign of attrition against Beijing. German Chancellor Angela Merkel is demanding that the Chinese government enter a "dialog" with the Dalai Lama, the most famous leader of the Tibetan secessionists. Roland Koch, prime minister of the German federal state of Hesse, would like to have international observers sent to Lhasa and does not exclude a boycott of the coming Olympic games. Since last year German politicians have been using the Olympic games as a means of applying pressure to force a change in Chinese policy toward Tibet and a destabilization of Beijing's control over Western China. This plan was the focal point of events organized last year by the Friedrich Naumann Foundation, an affiliate of the Free Democratic Party, and a working group in the German parliament (Bundestag). Beijing gambled and lost with its preparations for the Olympics, alleges a government advisor in Berlin. The rising East Asian rival will be in a worse position after the games than it had been before.

Schwächungsstrategien (IV)
22.10.2007
BERLIN/URUMQI/MÜNCHEN/BEIJING
(Eigener Bericht) - Berliner Außenpolitiker führen Gespräche mit einer chinesischen Separatistin und erhöhen den politischen Druck auf Beijing. Wie der "Weltkongress der Uiguren" (Sitz: München) mitteilt, wird seine Präsidentin Rebiya Kadeer unter anderem im Auswärtigen Amt empfangen. Die Uiguren sind eine muslimische Minderheit aus der Autonomen Region Xinjiang (Westchina), sie streben die Sezession ihrer Wohngebiete ("Ost-Turkestan") aus der Volksrepublik China an. Rebiya Kadeers Auftritt in der deutschen Hauptstadt ist publizistisch sorgfältig vorbereitet und geschieht in Übereinstimmung mit Maßnahmen der USA. Kurz nach dem Besuch des Dalai Lama im Kanzleramt intensiviert Berlin damit die Sezessionsoffensive gegen Beijing. Beziehungen deutscher Stellen zu uigurischen Exilpolitikern bestehen seit Jahrzehnten - geheimdienstliche Milieus inklusive.

Strategies of Attrition (IV)
2007/10/22
BERLIN/URUMQI/MUNICH/BEIJING
(Own report) - German foreign policy makers, are upping their political pressure on Beijing, and holding talks with a Chinese separatist. As the Munich based "World Uyghur Congress (WUC)" announced, its president, Rebiya Kadeer will also be received by the foreign ministry. The Uyghurs, a Muslim minority from the autonomous region Xinjiang (Western China), are seeking the secession of their region "East Turkestan" from the People's Republic of China. Rebiya Kadeer's appearance in the German capital has been carefully stage managed for high profile in conjunction with US activities. Following the Dalai Lama's German Chancellery visit, Berlin has been escalating its anti-Beijing secessionist offensive. For decades, Germany - including foreign intelligence circles - has been cultivating relations to Uyghur exile politicians.

Stratégies d'affaiblissement (IV)
22/10/2007
BERLIN/URUMQI/MUNICH/PEKIN
(Compte rendu de la rédaction) - A Berlin, des politiciens en charge des Affaires étrangères s'entretiennent avec une séparatiste chinoise et augmentent la pression politique sur Pékin. Ainsi que l'a annoncé le "Congrès mondial des Ouïgours", dont le siège est à Munich, sa présidente Rebiya Kadeer sera reçue entre autres au ministère allemand des Affaires étrangères. Les Ouïgours sont une minorité musulmane de la région autonome de Xinjiang (Chine occidentale). Ils ont comme objectif la sécession de leurs territoires ("Turkestan oriental") d'avec la République populaire de Chine. La venue de Rebiya Kadeer dans la capitale allemande a été soigneusement préparée dans les médias, et concorde avec des mesures prises aux Etats-Unis. Peu de temps après la visite du dalaï-lama à la chancellerie, Berlin intensifie donc l'offensive sécessionniste contre Pékin. Les relations des autorités allemandes avec des politiciens ouïgours exilés durent depuis des décennies, y compris dans les milieux des services secrets.

Schwächungsstrategien (III)
02.10.2007
LHASA/BEIJING/ULAAN BAATAR/BERLIN
(Eigener Bericht) - Hochrangige Vertreter der deutschsprachigen Minderheit Norditaliens ("Südtiroler") erklären die Zugehörigkeit Tibets zur Volksrepublik China für "illegal" und fordern die Sezession des westchinesischen Autonomiegebiets. Entsprechende Verlautbarungen erfolgten am vergangenen Wochenende bei einem Besuch norditalienischer Parlamentarier in Indien, wo die "Exilregierung" Tibets ihren Sitz hat. Die "Südtiroler" Behörden, die die "Exilregierung" seit mehreren Jahren über deutsche "Volksgruppen"-Politik beraten, kooperieren mit Vorfeldorganisationen der Berliner Außenpolitik. Ein Mitglied der aktuellen Besuchsdelegation verlangt auch die Sezession "Südtirols" nach montenegrinischem Modell. Die gegen die territoriale Integrität Chinas gerichteten Vorstöße erfolgen wenige Tage nach dem Start einer antichinesischen Offensive der Bundesregierung, die die Unterstützung tibetischer Separatisten mit breit angelegten Einflussmaßnahmen in der Mongolei verknüpft und die Bevölkerung aller Autonomieregionen West- und Nordchinas gegen die Zentralregierung in Stellung bringen soll. Entsprechende Politikkonzepte reichen bis in die 1920er Jahre zurück und finden bis heute Resonanz beim ehemaligen Achsenpartner des Deutschen Reichs und schärfsten Rivalen Chinas - in Japan.

Strategies of Attrition (III)
2007/10/02
LHASA/BEIJING/ULAAN BAATAR/BERLIN
(Own report) - Last weekend, parliamentarians of the Germanophonic minority in Northern Italy ("South Tyrol") visiting the headquarters of the Tibetan "exile government" in India, declared Tibet's being part of the People's Republic of China to be "illegal" and called for the secession of this Western Chinese autonomous region. South Tyrolean public authorities are collaborating with forefront organizations of German foreign policy and have been counseling the "exile government" for several years on questions of German "Volksgruppen" (ethnic group) policies. A member of the current delegation is demanding the secession of "South Tyrol" along the lines of the Montenegrin model. These attacks on China's territorial integrity are coming just a few days after the German government launched its anti-Chinese offensive. Berlin is supporting Tibetan separatists also through large scale lobbying in Mongolia and is seeking to pit the populations of all autonomous regions in Western and Northern China against the central government. Similar political concepts date back to the 1920s and are being echoed still today in Japan, the former Axis partner of the German Reich, and China's fiercest rival.

Schwächungsstrategien (II)
27.09.2007
LHASA/BEIJING/BERLIN
(Eigener Bericht) - Deutsche Politiker kündigen eine Ausweitung der Tibet-Offensive der Bundeskanzlerin an. Wie den Äußerungen des Ministerpräsidenten Roland Koch (Bundesland Hessen/CDU) zu entnehmen ist, soll das Treffen Angela Merkels mit dem Dalai Lama zu einer flächendeckenden Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Volksrepublik China führen und noch bestehende Rücksichten in anderen westlichen Staaten beseitigen. Die Zeit sei günstig für Aktivitäten zur Schwächung Beijings, da die Volksrepublik im kommenden Jahr Gastgeberin der Olympiade ist und daher nur eingeschränkt handlungsfähig sei, heißt es in der deutschen Hauptstadt. Die Berliner Tibet-Aktivitäten gehören zu einem überparteilichen Generalkonsens und folgen alten Traditionen der deutschen Außenpolitik, die bereits in den 1930er und 1940er Jahren Lhasa als wichtigen Stützpunkt für Einflussmaßnahmen in Zentralasien betrachtete. Damals wurden deutsch-tibetische Kontakte geknüpft, die den Zweiten Weltkrieg ungebrochen überdauerten und bis heute wirksam sind. german-foreign-policy.com berichtet im zweiten Teil seiner Schwerpunktserie.

Strategies of Attrition (II)
2007/09/27
LHASA/BEIJING/BERLIN
(Own report) - German politicians have announced an escalation of the chancellor's Tibet offensive. According to comments made by the Prime Minister of Hesse, Roland Koch (CDU), Angela Merkel's meeting with the Dalai Lama is only the beginning of large scale interference into China's internal affairs, that also should incite other Western states to give up their reservations. Berlin considers the moment particularly favorable for activities to weaken Beijing, because as the host of next year's Olympic games, the People's Republic is restricted in its capacity to retaliate. Berlin's Tibet activities are part of a cross party general consensus and are in line with old traditions of German foreign policy, that, already in the 1930s and 1940s, considered Lhasa as an important base for interfering in Central Asia. The German-Tibetan contacts, that were established at the time, have not only outlived World War II, but are still functioning today, as german-foreign-policy.com reports in the second part of its series focused on strategies of attrition.

Schwächungsstrategien (I)
24.09.2007
BEIJING/LHASA/BERLIN
(Eigener Bericht) - Trotz heftiger Proteste Beijings stärkt die deutsche Kanzlerin die Berliner Sonderbeziehungen zu chinesischen Separatisten. Zum ersten Mal hat am gestrigen Sonntag der Dalai Lama Gespräche im Bundeskanzleramt geführt. Er leitet eine selbsternannte tibetische Exilregierung mit Sitz in Indien, die die Sezession Tibets aus der Volksrepublik China, ersatzweise Sonderrechte nach deutschen "Autonomie"-Modellen verlangt. Der Dalai Lama gehört zu den Verbündeten des Westens, mit deren Hilfe Beijing geschwächt und am Aufstieg zur Weltmacht gehindert werden soll. Seit Jahrzehnten genießt er in der Bundesrepublik überparteiliche Sympathie und wird gleichermaßen von Konservativen, Liberalen und Grün-Alternativen unterstützt. Seine Zusammenkunft mit Angela Merkel stößt in Berlin trotzdem auf Kritik, weil Wirtschaftskreise Abwehrreaktionen der chinesischen Regierung und geschäftliche Einbußen fürchten. Deutsche Schwächungsstrategien gegen Beijing, ihre historischen Vorläufer aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Schauplätze aktueller Maßnahmen sind Themen einer mehrteiligen Schwerpunktserie, die german-foreign-policy.com am heutigen Montag beginnt.

Strategies of Attrition (I)
2007/09/24
BEIJING/LHASA/BERLIN
(Own report) - The German chancellor is reinforcing Berlin's special relationships to Chinese separatists, in spite of Beijing's massive protests. The Dalai Lama had talks in the German Chancellery, for the first time, Sunday, Sept. 23. He is the leader of a self-proclaimed Tibetan exile government, with its headquarters in India, which is calling for the secession of Tibet from the Peoples Republic of China or at least special rights in accordance with the German model of "autonomy." The Dalai Lama is a western ally, helping to weaken Beijing and hamper its rise to the status of world power. For decades he has been enjoying the cross-party sympathy in Germany and is receiving support from conservatives, liberals and Greens alike. Still his meeting with Angela Merkel has been met with criticism, because business circles fear retaliatory actions on the part of the Chinese government will have a negative effect on their business. German strategies of attrition against Beijing, their historical precursors in the first half of the 20th century and the scenes of current measures, are the themes of a series of articles that german-foreign-policy.com began Monday Sept. 24.

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